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DGUV V3 Prüfung in der Veranstaltungstechnik: Was bedeutet die Vorschrift für den audiovisuellen Sektor?

Veranstaltungstechnik fällt in vielen Fällen unter die Vorschrift 3 der DGUV. Alle elektrischen Geräte müssen darum regelmäßiger Kontrolle und Wartung unterzogen werden. Für viele Vermietunternehmen im audiovisuellen Sektor ein lästiges Übel. Was die DGUV V3 Prüfung ist, warum die Richtlinien wichtig sind und wie Vermietungsunternehmen die Umsetzung der Vorschriften gewährleisten können, erklären wir in diesem Blog.

 

Was ist die DGUV V3 Prüfung?

Lassen wir am Anfang beginnen. Was ist die DGUV V3 Prüfung? Der Begriff „DGUV V3 Prüfung“ setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  1. DGUV steht für „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung“. Diese ist Teil der gesetzlich vorgeschriebenen Sozialversicherung in Deutschland, die jedem Arbeitnehmer zusteht.
  2. V3 steht für „Vorschrift 3“. Sie bezieht sich innerhalb der DGUV spezifisch auf die Sicherheit elektrischer Anlagen und Betriebsmittel. Außer der Vorschrift 3, umfasst die DGUV noch weitere 83 Vorschriften (Stand: 2023).
  3. Prüfung bezieht sich auf die regelmäßige Kontrolle, ob die Vorschriften der DGUV V3 im täglichen Betrieb auch tatsächlich eingehalten werden.

Der offizielle Wortlaut der DGUV Vorschrift 3 lautet:

  1. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instand gehalten werden. Der Unternehmer hat ferner dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den elektrotechnischen Regeln entsprechend betrieben werden.
  2. Ist bei einer elektrischen Anlage oder einem elektrischen Betriebsmittel ein Mangel festgestellt worden, d. h. entsprechen sie nicht oder nicht mehr den elektrotechnischen Regeln, so hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass der Mangel unverzüglich behoben wird und, falls bis dahin eine dringende Gefahr besteht, dafür zu sorgen, dass die elektrische Anlage oder das elektrische Betriebsmittel im mangelhaften Zustand nicht verwendet werden.

Quelle: dguv.de 


Die DGUV V3 Prüfung bezeichnet also die gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung und Wartung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel, um ein sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten.

 

Warum ist eine regelmäßige DGUV V3 Prüfung in der Veranstaltungstechnik wichtig?

Elektrische Geräte sind das tägliche Brot von Vermietunternehmen im audiovisuellen Sektor: Von Scheinwerfern über Lautsprecher, Lichtsteuerungssysteme, Mischpulte bis hin zu Videotechnik – die meisten Betriebsmittel in der Veranstaltungstechnik unterliegen der DGUV Vorschrift 3 und müssen gemäß deutschem Recht regelmäßig geprüft und gewartet werden. Dies ist wichtig, um die Sicherheit derjenigen zu gewährleisten, die täglich damit arbeiten und Unfälle zu vermeiden. Zudem werden die Kosten im Falle eines Unfalls nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen, wenn keine Kontrolle nach DGUV V3 durchgeführt wurde.


Aber nicht nur die Sicherheit deines Teams steht auf dem Spiel. Werden die gesetzlichen Richtlinien nicht eingehalten, winken Geldstrafen und Abmahnungen. Und wird die DGUV V3 Prüfung von Unternehmen bewusst nicht durchgeführt, etwa um Kosten einzusparen, handelt es sich sogar um einen Straftatbestand.

 

Welche Arten von Material müssen einer DGUV Vorschrift 3 Prüfung unterzogen werden?

Grundsätzlich fallen alle Betriebsmittel, bei denen elektrische Energie angewendet wird, unter die Vorschrift 3 der DGUV, also alle Gegenstände, die Energie erzeugen, messen, speichern, umsetzen oder verteilen. Im Vermietgeschäft müssen also nicht nur Hauptvermietgegenstände, wie Beleuchtung, Tontechnik und Videoausrüstung einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden, sondern sollten auch Kabel(rollen), Verteilerkästen, Funkgeräte, Headsets etc. regelmäßig kontrolliert werden.

 

Wie oft muss das Material einer DGUV V3 Prüfung unterzogen werden?

Die DGUV Vorschrift 3 legt fest, dass die Prüfungen in bestimmten Zeitabständen durchgeführt werden müssen. Dabei wird zwischen ortsfesten und ortsveränderlichen Betriebsmitteln unterschieden. Ortsfeste Geräte sind u.a. stationäre Maschinen, die nicht bewegt werden können, während ortsveränderliche Betriebsmittel auch während des Einsatzes bewegt werden können. Für die beiden Kategorien gelten jeweils andere Richtlinien bezüglich der Prüfhäufigkeit, da sich ortsveränderliche Betriebsmittel i.d.R. schneller abnutzen als ortsfeste Geräte und Maschinen.


Elektrische Geräte im Vermietgeschäft fallen hauptsächlich unter die Kategorie der ortsveränderlichen Betriebsmittel und sollten im Normalfall also etwa alle 6 bis 12 Monate überprüft werden. Die Prüffristen richten sich nach der Fehlerquote der vorherigen Prüfung – ein Richtwert, der in der DGUV Vorschrift 3 festgelegt ist. Liegt die Fehlerquote unter 2 % kann der Prüfungszeitraum auf ein Jahr bis 24 Monate verlängert werden. Überschreitet die Fehlerquote jedoch diesen Wert, sollte der Prüfungszeitraum vorübergehend verkürzt werden – etwa auf alle 6 oder gar 3 Monate.

 

Wer darf eine DGUV V3 Prüfung durchführen?

Die DGUV V3 Prüfung muss von einem qualifizierten Prüftechniker durchgeführt werden, der durch Ausbildung, Wissen, Erfahrung und Verständnis der relevanten Vorschriften in der Lage ist, die zu prüfenden Betriebsmittel zu beurteilen und mögliche Gefahren zu erkennen. Im audiovisuellen Sektor nimmt i.d.R. eine ‘Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik’ die Prüfung vor. Voraussetzung sind eine elektrotechnische Berufsausbildung oder ein elektrotechnisches Studium und genügend Berufserfahrung und Normenkenntnis, um den Zustand und die Sicherheit des Materials beurteilen zu können.

 

Wie können Vermietunternhemen die Umsetzung gewährleisten?

Eine regelmäßige Prüfung deines veranstaltungstechnischen Materials ist also nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch sinnvoll in Bezug auf die Langlebigkeit deines Materials. Aber wie können Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche sicherstellen, dass die Richtlinien der DGUV V3 auch wirklich eingehalten werden?

 

  1. Team: Achte bei der Auswahl deiner Mitarbeiter darauf, dass du über genügend qualifiziertes Fachpersonal verfügst, das eine Prüfung vornehmen kann. 
  2. Dokumentation: Es ist wichtig, dass du deine Prüfergebnisse umfassend dokumentierst. Deshalb solltest du nach jedem Test Prüfberichte erstellen und diese aufbewahren, sodass du diese bei Zweifel vorweisen kannst.
  3. Hardware: Schaffe allenfalls spezielle Hardware für die Überprüfung an, wie Installations- oder Gerätetester. 
  4. Software: Verwende eine Software, um die Kontrollen und Wartungsarbeiten zu verwalten und die Dokumentation sauber zu speichern. In Rentman kannst du Wartungs- und Prüfzyklen für deine Materialien einrichten. So kannst du immer genau sehen, welche Gegenstände wann geprüft wurden und wann Prüfungen und Wartungsarbeiten anstehen. Du kannst außerdem die Prüfergebnisse aus Prüfgeräten direkt gesammelt in Rentman importieren.

 

Sicherheit und Effizienz durch DGUV Vorschrift 3 Prüfung

Die DGUV Vorschrift 3 Prüfung ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben – die Nichteinhaltung kann zu Bußgeldern oder im schlimmsten Fall zur Strafverfolgung führen – sondern auch eine Investition in die Sicherheit und Langlebigkeit deines Teams und Materials. Durch regelmäßige Wartung und Kontrolle wird die Sicherheit am Arbeitsplatz erhöht, was Unfälle verhindert und Ausfallzeiten reduziert. Die konsequente Wartung verlängert zudem die Lebensdauer deiner Geräte, wodurch du langfristige Kosten für Reparaturen oder Neuanschaffungen einsparst. Und nicht zuletzt ermöglicht die regelmäßige Prüfung die frühzeitige Erkennung von Problemen bei der Energieeffizienz, was weitere Optimierungen und Einsparungen ermöglicht.


Mit qualifiziertem Personal und der Nutzung von Softwaretools wie Rentman, mit der du dein Material verwalten und die Dokumentation der Prüfungen speichern kannst, bleibt dir die DGUV V3 Prüfung zwar nicht erspart, aber wird sie zumindest viel einfacher und übersichtlicher und Teil des alltäglichen Workflows.


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